Februar
04

Ich habe Ende der 90er Jahre einen Bildzyklus geschaffen mit dem Titel “Bahnhofstrasse” http://www.paulart.de/bahnhofstrasse/ , der sich künstlerisch mit dem Schicksal jüdischer Bürger meiner (damals neuen ) Heimatstadt Witten befasst und auseinandersetzt.

Dieser Zyklus wird ab dem 9.April 2010 im Museum der Niederländischen Gemeinde Zandvoort zu sehen sein (Info kommt noch;). Es wird die erste Präsentation nach mehr als 10 Jahren sein und sie wird bis Anfang Juni andauern.
Der Gedanke, dass die Bilder danach wieder für lange Jahre in meinem Keller verschwinden sollen, will mir so garnicht gefallen.

Ich wende mich deshalb an Sie / Euch und frag, wer Interesse hat die “Bahnhofstrasse” dauerhaft oder temporär auszustellen.
Die “Bahnhofstrasse” ist nicht verkäuflich, folglich kann kein wirtschaftlicher Nutzen aus dem Projekt gezogen werden.
Bei einer dauerhaften Unterbringung /Präsentation würde ich sie in eine Schenkung wandeln. Sie würde somit in Besitz ,aber auch in die Verantwortung, des “Beschenkten” übergehen.
Eine zeitlich begrenzte Ausstellung sollte nicht unter 6 Wochen dauern. Alles andere wäre unverhältnismässig, da die Arbeiten sehr empfindlich sind und das Transportrisiko sonst nicht zu rechtfertigen ist.
Überdies müssten meine (Reise-)Kosten (ich kann mir schlicht weitere Investitionen nicht mehr leisten,sorry),die Transportkosten und eine Versicherung der Bilder gesichert sein. Gleiches gillt für ausstellungsbegleitende Aktivitäten (Vernissage,Katalog usw.).
Ich weiss, das klingt jetzt möglicherweise abschreckend, aber ich will von vornherein alle Konsequenzen darstellen, um mir und möglichen Partnern Enttäuschungen zu ersparen.
Wie schon Karl Valentin sagte:”Kunst ist schön,macht aber viel Arbeit.”…möchte hinzufügen “und kostet Geld.”

Ich würde mich freuen ernsthafte Anfragen zu bekommen,da mir die “Bahnhofstrasse” eine echte Herzenssache ist
und ich an ihre Wichtigkeit ganz fest glaube,sodas sich der Einsatz unbedingt lohnt.

Michael Weber

Februar
01

Backstreet Beuys
Beginn der Veranstaltung:
06.02.2010 - 20:00

Backstreet Beuys

„Kunst ist ein in die Ecke geklatschter, schmieriger Haufen Fett. Oder ein alter Lappen Filz. Vor allem aber ist jeder Mensch ein Künstler.“, fand jedenfalls Joseph Beuys.

Vom 06. Februar 2010 bis zum 06. März 2010 ist die Galerie 30works Treffpunkt für Freunde und Bewunderer der Beuysschen Arbeit: Vier KünstlerInnen präsentieren in der konzeptionellen Gruppenausstellung „Backstreet Beuys“ ihre von Joseph Beuys und seinem Werk inspirierten Werke. Dabei haben sie unterschiedliche Zugänge, Ansätze, Sicht- und Herangehensweisen. Und sie verwirklichen sie mit unterschiedlichsten Materialien und Techniken. Als Malerei auf Papier und Leinwand, als Collagen, als Installationen, als Fotos, als Objekte. Mit Beuys-Porträts, mit Beuys-Motiven, mit Beuys-Zitaten.

„Backstreet Beuys“ sind:

Agii Gosse (Köln);
Michael Baerens (Köln);
Cornelius Rinne (Bielefeld);
EMESS (Berlin).

Vernissage: 06.02.10, 20 Uhr
Ausstellung: 06.02.10 bis 6.03.10
Mi-Fr 15-19 Uhr, Sa 15-18 Uhr sowie nach Vereinbarung.

30works Galerie - Berrenrather Str. 188b - 50937 Köln - 0221/5700250

Januar
27

Gegen das Vergessen !

http://www.paulart.de/bahnhofstrasse/

Januar
26

 

 

 

 

Kennegelernt haben wir uns auf einem unserer Konzerte in Berlin. Irgendwann kam dann die Einladung zu der Releaseparty in Köln  seines neuen Albums “Wofür ich stehe”.

Diese Woche kommt hieraus seine neue Singel auf den Markt “Glückstag”, die diese Woche auf Viva vorgestellt wird.

Martin ist aus meiner Sicht ein hervorragender Songwriter und Musiker, der schon Leute wie Xavier Naidoo begleitet hat, der auch auf einem seiner Songs auf dem Album gesungen hat. Bald wird man ih auf den grossen Bühnen in Deutschland sehen.

Eigentlich wollte ich einige Sequenzen seines neuen Videos zeichnen. Aber die Schneestürme der letzten Tage hatten seine Dreharbeiten ein wenig durcheinander gefegt. Deshalb haben wir jetzt einfach mal mit ein paar Zeichnungen angefangen, die wir dann zusammen zu Konzerten präsentieren.

Hier ein paar Songs von dem Album:

watch?v=CWZD567CBNM

http://www.youtube.com/watch?v=MVhE04ZuYH8

Januar
18

Es ist 4.40 , ich arbeite noch an einem Berg von Zeichnungen über Tony Henry (hier eins aus der Serie, mehr dazu später).

Vorhin erhielt ich eine mail, daß er diese Woche einen Auftritt beim ZDF zu einer eiligst eingerufenen Spendengala haben wird. Wir sollen uns darum kümmern.

Dann die Bilder von Haiti.

Zeit zu entschleunigen.

watch?v=R9AF5kJCNAs

Januar
14

Mauerreste, gesammelt 2007, Grit Höhn, Las Negras / Spanien

Gerade hatte ich wieder einmal nachgedacht über all diese Gespräche über die Mauer und den hier parallel laufenden Artikel “Die Mauer bleibt!”

Ein sehr kontroverses Thema mit ebenso vielen eigenen Ideen wie Meinungen darüber…

Nun dachte ich an die vielen Reisen, seitdem die Mauer fiel…

Bulgarien - was auch zu DDR - Zeiten möglich war zu bereisen, allerdings nur über Rumänien zu erreichen war - und ich viele fürchterliche Geschichten hörte von Reisenden durch Rumänien, wie gefährlich es sei - und mein Onkel schliesslich seinen Lada mit einem größeren Tank ausstattete, um bis zu einem bestimmten Ziel durchfahren zu können, ohne unterwegs anhalten zu müssen. Die Bekannten öffneten schon vorsorglich vor der Ankunft meines Onkels das Tor, damit er nur noch hineinfahren müsse, um anschliessend schnell das Tor wieder zu verschliessen, bevor es dunkel war.

Stromsperren, Armut, keine Freiheit waren da meine Ergebniseindrücke seiner Erzählungen von seinen Reisen nach Bulgarien bzw. Rumänien…

Soweit zu meiner hier ersten kleinen Erzählung einer kleinen Erinnerungsblase aus dem Osten…

Ich möchte Euch einladen auf einen Spaziergang mit mir durch die Welt. Erzählt von Erinnerungsfetzen und Erlebnissen, die sich als Mauerreste verstehen könnten…

Ich möchte diese Eindrücke gern sammeln und anschliessend mit Euch gemeinsam zu einem Kunstwerk werden lassen…

Es entstehen hier im Verborgenen bereits kleine Räume, Zellen der Erinnerung, Seifenblasen, Träume und Visionen - Mauerreste, die überwunden wurden und Mauern, die sich immer wieder vor einem auftürmen - die manchmal schier unüberwindbar scheinen - und plötzlich reisst man sie ein und ist wieder für einen Moment frei.

Besinnliche Grüße des Abends von Grit

Mauerrest am 15.01.2010:

Meer der Kindheit

Plötzlich verschleiert der Himmel.

Ein zartes Bild von langer Zeit der Vergangenheit gibt den Blick auf Wasser frei. Ölig fliessendes kühles Wasser, in das ich hineinsehe - und während meine Gedanken in die Tiefe schweifen, wärmt die Sonne, die hoch am Himmel steht, das Bild auf jenes Foto, welches mein Vater machte.

Mutti und ich stehen in Bademäntel gewickelt auf einem typischen großen Ostseestein im Wasser - jener Stein, an den ich mich noch sehr gut erinnern kann. Er liegt in Dranske auf Rügen im Wasser - und ich wette, er befindet sich heute noch an dieser Stelle im Wasser nahe dem Ufer, auf den die Sonne schon unzählige Male hinabschaute und dutzende von Kindern mit ihren Müttern und Vätern und Freunden bereits auf ihm verweilten und weit auf die Ostsee hinschauten.

Ich habe mich immer wohl gefühlt an jenem Ort - wenn mich das Wasser umgab.

Den ganzen Tag spielte ich ohne Scheu vor dem Ertrinken in der See bei Wind und Wetter und bei Ostseesonne.

Eines Tages erzählten wir uns die Geschichte.

Der kleine Junge befand sich auf Mallorca in der Wärme, die man an der Ostsee nur sehr selten hatte.

Er turnte und tollte im Wasser umher und versuchte, die Wellen zu fangen, tauchte durch sie hindurch - wie ein frischer kleiner Fisch im warmen, klaren, türkis - blauen Wasser.

Er sprang wie wild geworden vom Stein - hinein in das Meer - kletterte zurück auf den Stein - sprang wieder in eine Welle - um irgendwann fast schon erschöpft sich auf diesem Lieblingsstein auszuruhen, bis er wieder die nötige Kraft gesammelt hatte, um das gleiche Spiel erneut von vorn zu beginnen.

Eine Welle erfasste ihn unbemerkt - und verschlang ihn - fegte und peitschte ihn hinab - von seinem Stein.

Der kraftvolle Wellengeist zerrte an ihm und machte ihm Angst - und flößte ihm schliesslich Respekt ein, der langsam nötig wurde.

So erinnert auch er sich an jenen Stein, den wir als Kinder erklommen hatten.

Wir reisen.

Mallorca oder Dranske auf Rügen?

(Text: Grit Höhn; Titel: Tobias Netzbandt)

Mauerrest am 15.01.2010:

Stadtpflanze

Die Blume neigte ihr Köpfchen tief.

Sie bekam keinen Schatten.

Nur tief unten an den tiefsten Spitzen ihrer Wurzeln fühlte sie die Kühle des Wassers und trank einen kleinen winzigen Schluck davon.

Klares Wasser.

Der Beton um sie herum engte sie ein und verwehrte ihr diejenige Freiheit, die die meisten Blumen, von denen sie schon gehört hatte, von vorbeilaufenden Fußgängern, die sie wenigstens manchmal anschauten und sich an dieser Seltenheit inmitten der Stadt erfreuten.

Das Blümchen neigte in der Mittagshitze den Kopf weit hinunter zum Beton und hoffte auf einen Richter, der es bald pflücken würde, um es schliesslich mit nach haus zu nehmen, um es zum Zeichen seiner Liebe in einer Vase auf den Tisch zu stellen, wo es strahlen könne, wie es ihm nie vergönnt war auf dem Beton in mitten der Stadt.

Der Traum wurde nie wahr.

Das arme Mauerblümchen.

(Text: Grit Höhn; Titel: Tobias Netzbandt)

Januar
13

Gestern habe ich bei XING als Statusmeldung geschrieben: “Bildende Kunst braucht Artefakte, da sie sonst ihren Sinn verliert und zur Philosophie verkommt!” Prompt bekam ich persönliche Nachrichten, dass man so etwas heute nicht mehr sagen könne. Nun will ich nicht behaupten, dass jeder als Artefakt bezeichneter Gegenstand auch die Spur eines Kunstprozesses darstellt, aber wenn ein Kunstprozess keine Spur hinterlässt ist er als solcher nicht abgeschlossen und somit auch nicht als solcher zu sehen.

Ich gehe sogar soweit, zu behaupten Performance ist nicht bildende sondern darstellende Kunst, denn die Dokumentation (Spur) wird meist von dritten und somit selbständig künstlerisch tätigen Menschen angefertigt, die ihren eigenen, durch die Performance angeregten, Prozess durchlaufen. Das bedeutet, das wir erkennen müssen, dass diese Dokumentation nicht Teil des ersten Prozesses ist.

Hieraus resultiert dann auch, dass das Urheberrecht an dem 2. Prozess bei dessen Schöpfer liegt, da der Performancekünstler nur als Initialgeber tätig wurde. Anders ist es natürlich wenn der Performancekünstler auch als Regisseure für die Dokumentation tätig ist. Dann aber handelt es sich wieder nicht direkt um bildende Kunst sondern um eine Spielart der darstellenden Kunst, wie es ja auch beim Film der Fall ist.

Sei es wie es sei, in jedem Fall ist von Kunst zu sprechen, da Spuren, auch wenn sie flüchtig seien sollten, hinterlassen werden, die Ergebniss eines Denk-und Kreationsprozesses sind.

Januar
03

Die Mauer muss weg!

Die Mauer ist weg!

Die Mauer bleibt…

Im Kopf, in den Herzen.

Zu sehen aus dem Weltall wie die chinesische Mauer, der Limes, der Hadrianswall - geologisch konserviert in alle absehbare Ewigkeit. Historisch konserviert in der Geschichtsschreibung.

Die Mauer bleibt…

…wie alle Mauern an die wir uns so schön gewöhnt haben.

15 x 15 cm auf Din A4, Frottage mit Bleistift und Ölkreide.

Die Mauer bleibt

Bild 19. oder

Die Rampe, die Mauer, der Tod

Dezember
06
MENSCHEN
Alfred Hrdlicka 81-jährig gestorben
Alfred Hrdlicka ist tot. Der Künstler starb am Samstag im Alter von 81 Jahren in Wien. Heiße Diskussionen begleiteten immer wieder die Aufstellung seiner Skulpturen im öffentlichen Raum.
APA/HRDLICKA/SAMMLUNG WUERTH)

Seine Arbeiten zur Französischen Revolution zählen zu den wichtigsten Werken.
“Uraltstalinist” statt “Turteltaube”
Leidende und geschundene Menschen stehen im Mittelpunkt der Zyklen von Hrdlicka. “Alle Kunst kommt vom Fleisch”, lautet dabei ein immer wieder zitiertes Diktum von ihm. Zu den bekanntesten und eindrucksvollsten Werken               Hrdlickas zählen seine Arbeiten zur Französischen Revolution, zu Pier Paolo Pasolini und zu Franz Schubert.

Hrdlicka soll zwar “Turteltaube” heißen, doch als zahm und sanft erwies sich der Künstler weder in seinen Themen und der Wahl seiner Materialien noch in seinen Polemiken, mit denen sich der streitbare Realist und Kommunist in politischen Debatten zu Wort meldete.

Heiße Diskussionen begleiteten immer wieder die Aufstellung seiner Skulpturen im öffentlichen Raum, vom “Renner-Denkmal” an der Wiener Ringstraße (1967) bis zum “Mahnmal gegen Krieg und Faschismus” auf dem Albertinaplatz (1988). Seine offenen Briefe habe er im Sinne der “Lebendigkeit” des Protests stets mit “Uraltstalinist” unterschrieben.

APA/ROLAND SCHLAGER)
EPA) Von der Malerei zur Bildhauerei
Hrdlicka wurde am 27. Februar 1928 in Wien geboren. Nach Absolvierung einer Zahntechnikerlehre begann er an der Akademie der bildenden Künste zunächst Malerei zu studieren, ehe er als akademischer Maler in die Bildhauerklasse von Fritz Wotruba eintrat.

Seiner ersten Skulpturenschau 1960 in der mittlerweile abgerissenen Zedlitzhalle folgten Ausstellungen im Künstlerhaus und in der Galerie Welz in Salzburg. 1964 war er Vertreter Österreichs bei der Biennale in Venedig. Es folgten zahlreiche internationale Ausstellungen. In Stuttgart, Hamburg, Berlin und Wien war er zudem als Hochschullehrer tätig.

Bedeutende Bühnenbilder
Als Bühnenbildner arbeitete Hrdlicka u. a. in Bonn (”Faust” I und II, 1982) und Stuttgart (”Intolleranza”, 1992). Im Jahr 2001 stattete er Christine Mielitz’ Inszenierung des “Ring des Nibelungen” in Meiningen aus.

Weiters zeichnete er für die Ausstattung der Salzburger Festspielproduktion von Zemlinskys “Der König Kandaules” verantwortlich. 2006 wurde in Bonn eine von Hrdlicka gestaltete Plastik des Komponisten Robert Schumann enthüllt.

APA/Barbara Gindl)
Dommuseum/Hrdlicka)

“Wie besoffen von der Bibel”.
Aufregung um Ausstellung im Dommuseum
“Religion, Fleisch und Macht”, unter diesem Titel stellte Hrdlicka seine umstrittenen religiösen Werke im Frühjahr 2008 im Dommuseum aus. “Ich war wie besoffen von der Bibel”, blickte er auf seine ersten religiösen Arbeiten Ende der 40er Jahre zurück. “Sie ist spannend wie ein Kriminalroman und literarisch unerreicht.”

Für Aufregung sorgte allerdings ein Bild der Ausstellung. Kardinal Christoph Schönborn bedauerte, dass es Menschen in ihrem Glauben verletzte und ließ es entfernen.

dpa/A2931 Bernd Weißbrod) “Lieber Proletarier als Avantgardist”
Hrdlicka selbst litt zuletzt unter seinem “bedenklichen Zustand”, wie er selbst sagte. Er könne er nicht mehr eigenhändig an Skulpturen arbeiten, er habe sich “zu Tode geschunden”. Jede seiner dreidimensionalen Arbeiten habe er selbst gemacht. Das habe sich vor allem auf seine Wirbelsäule ausgewirkt.

“Ich war geprägt von der illegalen Arbeit. Was ich mache, ist eine proletarische Arbeit. Aber ich bin lieber Proletarier als Avantgardist”, so Hrdlicka. “Ich frage mich: Von was ist jemand Avantgardist? Ich finde das an der Grenze.”

Kannte kein Warmwasser
Als Rezept gegen seine angeschlagene Gesundheit meinte er nur eines: “Eiskalt duschen ist das Beste, was es gibt. Ich kenne gar kein Warmwasser.”
Ambivalenter Blick zurück
Rückblickend auf sein Lebenswerk meinte Hrdlicka einmal, dass er nichts in dem Ausmaß verändert habe, wie er es sich gewünscht hätte. Aber “als Untergrundmensch habe ich mich sehr bewährt”. Sein Werk sei immerhin thematisiert worden, so der Künstler. “Das Wichtigste ist, dass man ins Gerede kommt.”
November
25

9 November 1989 - 3 Oktober 1990

Viele TV-Bilder von dem Abend und den Tagen werden immer wieder ausgestrahlt und geben Anregung zur Weiterverarbeitung auch bereits hier auf “spursuche”
http://www.spursuche.de/2009/11/09/spur-der-verkundigung/ und http://www.spursuche.de/2009/11/10/fallspuren/

Jeder kennt die offizielle Darstellung der politischen Geschehnisse an den Tagen vor und nach dem 9. November 1989. Viele haben aber auch persönliche Erinnerungen.
Ein Volk feiert eine friedliche Revolution und seine Representanten werden Spielball der Geschehnisse.

Doch wer sind eigentlich die wenigen Menschen, die weit ab vom politischen Parcours, in eben diesem Moment, die einzig mögliche Entscheidungen getroffen haben? Wer sorgte wirklich für den friedlichen Ausgang der Revolution? Wer verhinderte vor Ort, das es in einer Eskalation endete?

Das waren keine Politiker aus einem der Lager, die diese Entscheidnugen am grünen Tisch getroffen haben, sondern Einzelpersonen, die aus einem Wirrwarr unterschiedlicher Befehle, vorort an der Grenze, entscheiden mussten was zu tun war.

Sollten sie, wie in der Pressekonferenz ausgesagt, die Grenzen öffnen, und die Leute passieren lassen oder sollten sie, wie es ihr direkter Befehl aussagte, die unruhiger werdenden Menschenmassen zurückdrängen? So dann eine Eskalation provozieren, die wahrscheinlich eine nicht zu kalkulierende Kettenreaktion ausgelöst hätte, und womöglich alle politischen Anstrengungen innerhalb weniger Stunden zunichte gemacht hätte.

Wie wäre die Nacht geendet, hätte nur einer von ihnen die Nerven verloren und einen Warnschuss abgegeben?

Wer sind diese Menschen, die an dem Abend des 9.November die Entscheidung getroffen haben? Wir würden sie in einem Projekt gerne würdigen.

Menschen, die sich heute vielleicht ihrer Vergangenheit als ehemalige Grenzwärter schämen, die aber in die Situation gebracht worden sind, ein wichtiges Stück Geschichte entscheidend mitgeprägt zu haben.

Wir machen uns auf die Spur nach ihnen, und würden uns über Eure Mithilfe und Hinweise freuen.

Bitte hinterlaßt hier Eure Tipps, Anregungen und Informationen. Hinterlaßt eine Spur innerhalb eines Werkes, was im Nachhinein als ein Stück historischer Wahrheitsfindung dienen soll.

Das Ganze werden wir im Rahmen einer Ausstellung zum 20jährigen Jahrestag der Wiedervereinigung im Herbst 2010 ausstellen.

Be Part of it !

Michael Strogies
Michele
Cornelius